Gesundheit in Deutschland bald unbezahlbar?

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist schon lange nicht mehr wirklich gesund, denn die Kosten erreichen stetig neue Höchststände, obwohl die Leistungen ständig zurückgefahren werden. Zum Jahresbeginn 2011 wurde erneut der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,9% auf jetzt 15,5% angehoben, wobei die Arbeitnehmer davon mittlerweile 8,2% tragen müssen. Darüber hinaus wurde den Krankenkassen nun gestattet, sogenannte Zusatzbeiträge zu erheben, die zunächst einmal in unbegrenzter Höhe ausfallen dürfen. Sollten die Kosten jedoch bestimmte Grenzen überschreiten, ist ein Sozialausgleich über das Steuersystem vorgesehen, damit keine sozialen Härten entstehen.

Arzneimittelkosten lagen 2010 bei 27,9 Milliarden Euro – Kostensenkung 2011?

Der deutsche Apothekerverband (DAV) hat für das Jahr 2010 Arzneimittelkosten in Höhe von insgesamt 27,9 Milliarden Euro ausgerechnet, was ein Plus von 1,1% im Vergleich zum Vorjahr ausmacht. Damit haben die Kosten für Medikamente einen neuen Höchststand erreicht und machen einen der größten Kostenpunkte für die gesetzliche Krankenversicherung aus. Für das Jahr 2011 hat die Bundesregierung den Apothekern und den Pharmaherstellern einen Zwangsrabatt von insgesamt 400 Millionen Euro auferlegt, der die Kosten in diesem Bereich bremsen soll. Fritz Becker, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV) ist optimistisch, dass die Krankenkassen diesmal tatsächlich weniger Geld für Arzneimittel ausgeben könnten, jedoch ginge dies auf Kosten der Apotheker, hieß es weiter.

Gesundheitsreform deckt die Kosten nur bis zum Jahr 2014

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat nach eigener Aussage mit der Gesundheitsreform die Zukunftsfähigkeit des weltweit akzeptierten deutschen Gesundheitssystems gesichert. Durch immer weitere medizinische Fortschritte und eine Überalterung der Gesellschaft würden die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung stetig steigen, so dass hier entsprechend gegengesteuert werden müsse. Mit der jetzigen Gesundheitsreform könnten die Kosten im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2014 gedeckt werden und erst danach müsse nach weitergehenden Lösungen gesucht werden.

Unsere Gesundheit ist kostbar – aber auch unbezahlbar?

Wenn die aktuelle Gesundheitsreform, die die Bürger bereits stark zusätzlich belastet, nur bis zum Jahre 2014 die Kosten konstant halten kann, stellt sich bereits jetzt die Frage, warum nicht über Reformprojekte nachgedacht wird, die langfristig greifen und die etwaige Systemfehler ausbügeln. Was nützt es den Versicherten, wenn in drei Jahren ein noch höherer Krankenkassenbeitrag ihrem Girokonto belastet wird? Sollte nicht bald eine Lösung gefunden werden, wie das Gesundheitswesen in Deutschland dauerhaft kostentechnisch in den Griff zu bekommen ist, dann wird es in absehbarer Zeit tatsächlich nicht mehr bezahlbar sein. Hier ist die Politik gefragt, passende Lösungen zu präsentieren und die Lasten gerecht zu verteilen.