Ursachen

Noch bis vor einigen Jahren war man der Meinung, dass in erster Linie eine lieblose Erziehung oder auch psychische Traumata als Ursache für Autismus verantwortlich gemacht werden könnten. Sogar die Verwendung spezieller Impfstoffe gegen Masern oder Röteln steht seit jeher als Auslöser für Autismus im Verdacht. Insbesondere die organische Quecksilberverbindung Thimerosal wird diesbezüglich immer wieder eingehend untersucht.

Bis heute konnte aber keine wissenschaftlich fundierte Studie eine eventuelle Verbindung zwischen dem Impfstoff und der Nervenkrankheit aufzeigen. Allerdings dauern die entsprechenden Forschungen noch bis heute an. Mittlerweile stehen darüber hinaus einige andere Aspekte als Ursache für die Entstehung des Kanner- oder des Asperger-Syndroms im Vordergrund. So sind in diesem Zusammenhang beispielsweise diverse biochemische Auffälligkeiten zu nennen. Unter anderem ein erhöhter Dopaminspiegel sowie auch gewisse Abweichungen hinsichtlich der Adrenalin- bzw. Noradrenalinwerte im Gegensatz zum „normalen“ Menschen. Selbst eine etwaige, fehlerhafte Koordination zwischen speziellen Hirnbereichen wird im Rahmen der Forschungsarbeiten zur Ursachenfindung untersucht. Letzteres gilt nach aktuellem Stand als einer der Hauptgründe für die geringere Intelligenz bei Autisten. Ein weiterer Auslöser für Autismus ist nach Ansicht renommierter Forscher gegebenenfalls ein überhöhter Testosteronspiegel, dem das noch ungeborene Baby bedingt durch unterschiedliche, medizinische Faktoren ausgesetzt ist. Immer häufiger sind jedoch auch bestimmte Gen-Defekte im Gespräch, die verantwortlich für die Entstehung von Autismus sein können.

Demzufolge konzentrieren sich die wissenschaftlichen Untersuchungen derzeit vor allem auf die Veränderung der Chromosomen 11 und 15 sowie zugleich auf das so genannte Neurexin 1. Fakt aber ist, dass bei Autisten im Allgemeinen die die Bildung von Nervenzellen im Gehirn gestört ist.